
Wie der Sport die Welt verändert
"Ein Bolzplatz für Bouaké" - so lautet der Titel des bewegenden Buches von Willi Lemke, dem UN-Sonderberater für Sport im Dienst von Frieden und Entwicklung.
Jedem, der an Sport und an sozialer Gerechtigkeit interessiert ist, kann ich nur wärmstens ans Herz legen, dieses Buch zu lesen - und sich danach sozial zu engagieren.
Zwei Zitate sollen ansatzweise den tiefsinnigen Inhalt belegen:
S.26: "Ich nehme hier gern das Bild von einer alten Dampfiokomotive. Es geht bei diesen schwarzen, rußigen, dampfenden Zügen nicht allein um Leistung, sondern um Kraft und Dynamik, um ein wirkliches Vorankommen. Das Ganze muss sich bewegen, alle Leute auf dem Zug müssen mitgenommen werden, keiner darf abgekoppelt zurückbleiben. Darauf kommt es an. Eine solche Aufgabe hat auch der Spitzensport — im Sinne einer Vorbild- und Leitfunktion. Die Lokomotive Sport zieht die Mutter-und-Kind- Turner wie die Jugendlichen, die Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen und auch die Älteren mit sich. Und diejenigen, die vorne in der Lokomotive sitzen, sollten positive Rollenmuster abgeben, weltweit Vorbild für soziales Engagement, für Frieden, für Gastfreundschaft und für Dialog sein. Nach diesem Denkprinzip versuche ich heute in Afrika, Asien und auch in Südamerika junge Menschen zu finden, die als role model, als Vorbild, infrage kommen, in der Hoffnung, dass sie eines Tages vielleicht zu den verantwortungsvollen Leitfiguren ihres Landes werden.
Sport hat eine Vielschichtigkeit, das muss man sich immer wieder klarmachen, mit einer unglaublich positiven Auswirkung auf die Entwicklung von Menschen. Und aus diesem Grund sollte man Kindern möglichst früh Freude am Sport vermitteln, nicht durch eine bestimmte Spezialisierung, sondern durch ein Bewegungsangebot und gern auch durch die Vermittlung von Ballgefühl, ob im Fußball, Tischtennis oder Tennis. Die Hirnforschung hat gezeigt, dass die Entwicklung sowohl der Grob- wie auch der Feinmotorik Einfluss auf unser Denken hat. Und auch wenn es um das Erlernen von sozialem Verhalten geht, kann Sport einen wichtigen Beitrag leisten. Teamdenken und die Anerkennung von klaren Regeln sind wichtige Voraussetzungen für die Erziehung zur Demokratie. Das spielt gerade bei den afrikanischen Staaten heute eine wichtige Rolle und das zu vermitteln ist einer der Hauptaufträge, die mir der Generalsekretär der Vereinte Nationen, Ban Ki-moon, für meinen Job als UN-Sonderberater für Sport mit auf den Weg gegeben hat."
S. 236: "Bist du zufrieden mit deiner Arbeit? Konntest du in den vergangenen Monaten etwas bewegen und war es genug? Die Antwort gab ich mir gleich selbst: Ja, ich war glücklich mit dem, was ich erreicht hatte. Ich verglich mein Tun mit einem Marathonlauf. Wenn man nicht die ersten zwei, drei Kilometer schafft, bewältigt man auch nicht die komplette Distanz von 42195 Metern. Das heißt: Wenn ich nicht einfach loslaufe, werde ich auch nie das Ziel erreichen. Und wenn ich nicht anfange, Dinge zu bewegen, weil alles zu kompliziert erscheint, wie etwa bei dem Nahostkonfiikt, und wenn das alle Menschen sagen, dann geschieht gar nichts, dann verändert sich nichts. ...
Und wenn sich bei meinem jetzigen Tun, in meinem ständigen Bemühen um Frieden durch Sport, am Ende herausstellen sollte, dass ich nur einigen Wenigen wirklich helfen konnte — dann war es das wert."
Viel Spaß beim Lesen! Vielleicht sind Sie danach genauso ergriffen wie ich.
Ihr Elements Trainer Klaus Martach
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