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Der frühere CDU Generalsekretär Heiner Geisler nennt ihn einen Esel, Kanzlerin Merkel geht auf Distanz zum eigenen Koalitionspartner (wie dumm ist dass denn?) und für die Grünen sind seine Aussagen in Bezug auf Hartz IV gar ein Frontalangriff auf den Sozialstaat.
Guido Westerwelle lässt sich durch derlei Äußerungen nicht den Wind aus den Segeln nehmen und fordert eine Generaldebatte im Bundestag . Gut so!
Eines vorweg: Es ist ohne Frage die Pflicht eines Jeden, unseren Sozialstaat zu unterstützen. Aber es ist schlecht, wenn dies auf einer Basis geregelt wird, die so schamlos ausgenutzt werden kann und die Unterstützung sich nur auf Leistungsanspruch beschränkt.
Wer sich heute über Westerwelles Kritik am bestehenden Sozialsystem echauffiert, hat den Grundgedanken der Transferleistungen nicht verstanden. Was bitte schön ist verwerflich daran, untragbare Zustände anzuprangern?
Zur Erinnerung: Der Staat, der diese Transferleistungen ermöglicht, sind alle die in diesem Land aus ihrer Arbeit heraus Steuern zahlen.
Wie gut kann ein System sein, wenn derjenige der Geld gibt, teilweise weniger übrig behält, wie derjenige der es erhält?
Leider finanzieren wir mittlerweile eine Art "Parallel-Gesellschaft", in der zumindest manch einer mehr über seine Rechte weiß, als über die damit verbundenen Pflichten. Die Ursachen und Gründe dieser Entwicklung, sind selbstredend ein anderes Thema.
Populismusvorwurf hin oder her, wer die soziale Hängematte nur dazu nutzt, um Freizeit nach seinem Gusto zu gestalten und unsere Gerichte mit unsäglichen Klagen zu überhäufen, hat diese Leistungen defacto nicht verdient.
Vorsichtig formuliert dreht sich mir der Magen um, wenn in einer Sendung wie z.B. "Kerner" auf Sat 1, Deutschlands selbsternannter faulster Arbeitsloser, eine Plattform für seine asoziale Lebenseinstellung erhält. Sicher ein extremes Beispiel, aber beileibe kein Einzelfall.
Wenn wir auch in Zukunft Leistungen für Bedürftige ermöglichen wollen, bedarf es einer weitreichenden Reform unseres bestehenden Sozialsystems.
Errare humanum est Herr Geisler! Der Esel ist mitnichten Herr Westerwelle, sondern das hart arbeitende Volk! Nun, auch die Dummheit eines Esels hat seine Grenzen.
Seit Sonntagabend ist es amtlich. Der Schmusekurs zwischen CDU und SPD ist beendet.
Schwarz-Gelb ist die neue Farbe der nächsten 4 Jahre. Die Wirtschaft begrüßt diese neue Koalition, die Börse nahm die Entscheidung aber bereits vorweg. Kurssteigerungen hinsichtlich des Regierungswechsels sind deshalb weniger stark, als der ein oder andere es vielleicht gehofft hatte.
Eine generelle politische Richtungsänderung, wie von der Wirtschaft erwartet, ist zudem eher fraglich. Zum einen wird das Jahr 2010 noch von den Nachwirkungen der Finanzkrise geprägt sein, zum anderen wird die Problematik unseres bestehenden Föderalismussystems in den nächsten Jahren zunehmen. Denn Zeiten, in denen zwei großen Parteien die politischen Entscheidungen im Alleingang trugen, sind defacto passe'. Der 5-Parteienstaat ist längst Realität, hat sich in dieser Wahl sogar verstärkt. Die Demontage der einstigen Volksparteien ist bittere Realität. Weichspüler-Wahlkampf und Profillosigkeit, Zickzackkurs und die Angst Wählerstimmen zu verlieren, tragen ihren Teil zum steigenden Klima der Politikverdrossenheit bei. Nie war die Zahl der Nicht-Wähler so groß wie bei dieser Wahl. Eine bedenkliche, weil gefährliche Entwicklung.
Wichtige Gesetzesänderungen durch den Bundesrat zu bringen, dürfte denn auch für die neue Koalition eine der größten Herausforderungen werden. Hier benötigen wir dringend eine Föderalismusreform, die diesen Namen auch verdient.
Nur so kann die "Tigerente" zeigen, dass sie wirklich fliegen kann.
Angie und Guido, Dreamteam oder zahnlose Tiger? Wir werden sehen!
Ein Husarenstück sollte es werden, in einem für alle Beteiligten peinlichen Disput hat es geendet.
Fast wäre sein Plan aufgegangen und Wendelin Wiedeking wäre zum ungekrönten Autokönig aufgestiegen. Aber knapp vorbei ist eben auch daneben und bei allem Respekt vor der Person Wiedeking gilt einmal mehr der Grundsatz "Gier frisst Hirn". In diesem Fall, die in meinen Augen vollkommen überflüssige Gier nach Macht.
Die Annahme, die 20% Sperrminorität des Landes Niedersachsen als Großaktionär von VW zum kippen zu bringen, war genauso verwegen, wie die Tatsache, dass man seine Gegner niemals unterschätzen sollte.
Wulff und Piech sind nun als Sieger in dem seit Monaten andauernden Machtkampf um die Übernahme von VW durch Porsche hervorgegangen.
Als Wiedeking 1992 die Führung der Luxusschmiede Porsche übernahm, war außer dem Mythos "911" nicht mehr viel übrig. In den darauffolgenden Jahren machte Wiedeking die Marke zum profitabelsten Autobauer der Welt. Dass er dabei eigenes Kapital riskierte, glorifizierte den Manager um so mehr. Der erzwungene Abgang jetzt, wird für immer Spuren an der Person Wendelin Wiedeking hinterlassen. Ohne Not nach den Sternen zu greifen, war sicher nicht seine beste Entscheidung. Vielleicht hatte er die japanische Kaizen-Philosophie mit Streben nach ständiger Verbesserung, die ihm bei Einführung im Porsche-Konzern große Erfolge einbrachte, ja auch nur missverstanden.
In der Erklärung der Kaizen-Philosophie findet man unter anderem folgende Erklärung:
Einer der auffälligsten Unterschiede zwischen dem Westen und Japan ist der zwischen Selbstzufriedenheit und übersteigertem Selbstbewusstsein im Westen und den Gefühlen der Ängstlichkeit und Unvollkommenheit in Japan.
Nun Herr Wiedeking, etwas mehr Demut hätte Ihnen sicherlich nicht geschadet!
Der Schock sitzt tief, wenngleich der frühe Tod des "King of Pop" nicht wirklich unerwartet kam.
Wer das Leben Michael Jacksons die letzten Jahre verfolgte, musste zwangsläufig zu der Schlussfolgerung kommen, dass ein altersbedingtes Ableben für seine Person wohl nicht in Frage kommen konnte.
Seit seinem letzten Prozess wegen dem Vorwurf des Kindesmißbrauchs - von dem er freigesprochen wurde - wirkte er doch arg gebrechlich. Nichts war mehr übrig vom einstigen "Moonwalker", der den Musikstil der Afroamerikaner mit seinem Megaseller "Thriller" so revolutionierte wie kein anderer jemals zuvor. Ohne seinen bahnbrechenden Einfluss gebe es viele Künstler heute gar nicht. Die amerikanische Musikindustrie hat ihm viel zu verdanken. Viele seiner Erfolge sind bis heute unerreicht und werden es vermutlich auch bleiben.
Besonders in den achtziger Jahren so unfassbar erfolgreich, im Leben abseits der Bühne aber eine extrem tragische Figur mit Peter Pan Syndrom und Hang zur Selbstzerstörung. Ein Mensch der nie erwachsen sein konnte, weil er nie wirklich Kind sein durfte. Ein Mensch, der wie kaum ein Zweiter eine äußerliche Wandlung vollzog, die die wenigsten jemals verstanden haben. Vielmehr jedoch in meinen Augen auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, in der Erfolg, Reichtum und ewige Jugend das Maß aller Dinge darstellen.
Obwohl ich den Menschen Michael Jackson nie persönlich kennenlernen durfte und vieles an Ihm tatsächlich eher bizzar wirkte, so hat mich die Nachricht von seinem Tode heute morgen, doch sehr getroffen. Ich bin seltsam berührt wenn ich daran denke, welch genialer Musiker er war und was die Welt, vor allem seine Kinder, mit ihm verloren haben. Egal was man ihm alles vorgeworfen hatte, ein schlechter Mensch war er sicherlich nicht. Eher ein Opfer seines eigenen Ruhmes und der enormen Erwartungen, die man stets an den Künstler Michael Jackson stellte.
In fragwürdigen Fernseh-Formaten werden seit Jahren auch hierzulande Stars gesucht, die die Welt nicht wirklich braucht und die ebenso nie welche sein werden. Und doch ist der Ansturm auf die Casting-Shows ungebrochen, gerade so als gäbe es im Leben nichts erstrebenswerteres als Ruhm und Reichtum.
Elvis Presley, Marilyn Monroe, James Dean, sie alle sind tragische Beispiele dafür, dass extreme Popularität auch eine dunkle Seite, ja eine durchaus hässliche Seite haben kann.
Michael Jackson war ein wirklicher Weltstar und reiht sich nun mit seinem frühen Tod nahtlos in die Historie der gefallenen Megastars ein.
Wie sagte er vor einigen Wochen in London, als er sein Comeback in Form von mehreren Konzerten ankündigte? "This is it, the last curtain will fall.
Der Vorhang ist leider viel zu früh gefallen, aber der Mythos Michael Jackson ist damit noch unsterblicher geworden.
Danke für die tolle Musik, die Du uns geschenkt hast!
Christian Vetter
Es ist schon bezeichnend, dass gerade die Galionsfigur der deutschen Bankenlandschaft, seine eigenen Kollegen maßregelt.
Er, der für das Jahr 2007 inklusive Bonuszahlungen noch 14 Millionen Euro einstecken durfte, ruft nun zur neuen Bescheidenheit in seiner Zunft auf.
Josef Ackermann mag zweifelsohne Recht haben , wenn er Manager von Instituten, die auf staatliche Hilfen angewiesen sind, auffordert, auf ihre Bonuszahlungen zu verzichten. Hat er doch schließlich für das desaströse Jahr 2008, großzügig auf seine eigenen Bonuszahlungen verzichtet und mit ihm all seine Vorstandskollegen der Deutschen Bank. Und dies ohne den Hintergrund von Staatshilfen, die sein Institut laut eigener Aussage nicht benötigt und auch weiterhin nicht benötigen wird.
„Wir sitzen alle in einem Boot und gemeinsames Handeln aller gesellschaftlichen Kräfte ist jetzt gefordert", wurde er jüngst zitiert. Klingt sehr solidarisch und hinterlässt doch einen bitteren Beigeschmack. Denn die Frage dürfte vielmehr sein , ob trotz gemeinsamer Anstrengungen jeder einen Platz im Rettungsboot bekommen wird.
Seiner zumindest, ist schon fest gebucht. Mit einem Verdienst von immer noch beachtlichen 3800 Euro pro Tag und der Gewissheit seine Schäflein längst im Trockenen zu haben, fällt die Passage durch stürmische Zeiten auch abseits der Luxusklasse nicht ganz so schwer.
Ein russisches Sprichwort besagt: "Wer satt ist, wird nie einen hungernden verstehen".
Die neue Bescheidenheit eines Herrn Ackermann, dürfte daran auch nichts ändern.